Ratgeber
Elektrischer Bollerwagen: was er kann und was man wissen muss
Bollerwagen mit Motor und Akku: für wen sie sich lohnen, worauf man achten muss – und warum die Rechtslage auf öffentlichen Wegen unklar ist.

Ein Bollerwagen, der die Last selbst zieht – bei schweren Getränkekisten, langen Steigungen oder für Menschen mit wenig Kraft klingt das verlockend. Elektrische Bollerwagen gibt es inzwischen in verschiedenen Bauformen. Selbst getestet haben wir noch keinen. Dieser Artikel erklärt, worauf es ankommt, und stützt sich auf allgemein bekannte Technik, nicht auf eigene Messungen.
Welche Arten es gibt
- Mit Schiebe- oder Zughilfe: Der Motor unterstützt, während Sie gehen und den Wagen führen – ähnlich wie ein Pedelec beim Fahrrad.
- Mit Fernbedienung: Der Wagen fährt ferngesteuert neben oder vor Ihnen her.
- Zum Draufsitzen: Eher Spielzeug oder Gartenfahrzeug als Bollerwagen.
Für wen sich ein E-Bollerwagen lohnt
- Für schwere Lasten auf längeren Wegen, etwa Brennholz, Gartenerde oder Getränke.
- Für Menschen mit wenig Kraft, etwa im Alter oder mit Rückenproblemen.
- In hügeligem Gelände oder auf großen Grundstücken.
Für Kinder, Einkauf und Strand ist ein guter, leicht laufender Wagen ohne Motor meist die bessere Wahl: leichter, günstiger, ohne Akku, der leer wird.
Worauf Sie achten sollten
- Gewicht: Motor und Akku machen den Wagen deutlich schwerer. Unsere faltbaren Testwagen wogen 12,5 bis 18,6 kg – ohne Motor. Ein E-Wagen ist beim Einladen ins Auto entsprechend mühsamer.
- Akku: Reichweite, Ladezeit und ob sich der Akku herausnehmen lässt. Kaufen Sie nur Geräte mit CE-Kennzeichnung, laden Sie den Akku nicht unbeaufsichtigt und nicht im prallen Sonnenlicht.
- Bremse: Ein motorisierter Wagen braucht eine zuverlässige Bremse, auch bergab.
- Wetterfestigkeit: Motor und Elektronik müssen Regen und Sand aushalten.
- Faltbarkeit: Viele E-Wagen lassen sich nicht oder nur eingeschränkt falten.
Darf man damit auf Gehweg und Straße?
Hier ist Vorsicht angebracht. Ein Bollerwagen ohne Motor gehört rechtlich zum Fußgängerverkehr. Ob das für einen Wagen mit eigenem Antrieb ebenso gilt, hängt von Bauart und Geschwindigkeit ab und ist nicht eindeutig geregelt; bei Fahrzeugen mit Motor können auch Zulassungs- und Versicherungsfragen eine Rolle spielen. Lassen Sie sich vor dem Kauf vom Hersteller schriftlich bestätigen, wo und wie der Wagen genutzt werden darf. Auf dem eigenen Grundstück, im Garten oder auf dem Campingplatz mit Erlaubnis des Betreibers gibt es diese Frage nicht.
Die Alternative ohne Motor
Oft hilft schon ein Wagen, der leicht läuft: große Räder, Kugellager und ein Schiebegriff, damit zwei Personen anfassen können. Der Hudora Überländer lief in unserem Test auch beladen sehr leicht (bei Amazon ansehen), der Fuxtec CT800 hat einen zusätzlichen Schiebegriff für Steigungen (bei Amazon ansehen).
Passende Modelle aus unseren Tests

Fuxtec FX-CT800
Gut für: Familie, Ausflüge mit Steigungen, zu zweit schieben und ziehen
getestet im Oktober 2018 · zum Test
