Zum Inhalt springen
FaltbarerBollerwagen

Ratgeber

Bollerwagen reparieren: Rad, Reifen, Achse, Deichsel, Bezug

Platter Reifen, wackelndes Rad, gebrochene Deichsel, gerissener Stoff: So reparieren Sie einen faltbaren Bollerwagen – und wann sich das nicht mehr lohnt.

Von Christoph MeyerÜberarbeitet am 25. September 2026

Abgenommene Hinterachse eines elvent-Bollerwagens auf dem Rasen

Faltbare Bollerwagen werden viel bewegt, beladen, gefaltet und im Kofferraum herumgeworfen. Irgendwann klemmt ein Rad, der Stoff reißt oder die Deichsel bricht. Vieles davon lässt sich mit wenig Aufwand reparieren.

Vorher: das Modell herausfinden

Ersatzteile passen selten „universal“. Suchen Sie das Typenschild oder Etikett am Wagen – meist im Innenraum oder am Gestell – und notieren Sie Hersteller, Modell und, falls vorhanden, Artikelnummer. Viele Hersteller verkaufen Räder, Bezüge und Kleinteile einzeln. Fragen Sie im Zweifel beim Kundendienst nach; mit einem Foto des Teils geht das am schnellsten.

Rad oder Reifen kaputt

Luftreifen platt: Wie beim Fahrrad – Schlauch flicken oder tauschen, Reifendruck laut Reifenflanke. Mehr dazu im Ratgeber Reifen für den Bollerwagen.

Rad eiert oder läuft schwer: Meist steckt Sand, Haar oder Schmutz im Lager. Rad abnehmen, reinigen, trocknen lassen und etwas Fett oder Sprühöl ins Lager geben. Hilft das nicht, ist das Lager verschlissen.

Rad tauschen: Bei den meisten Faltwagen sind die Räder gesteckt und mit einem Clip, Splint oder Knopf gesichert. Beim Hudora Überländer etwa werden die Räder auf die Achse gesteckt und mit roten Verschlüssen gesichert, bei den elvent-Wagen lässt sich die ganze Hinterachse abnehmen. Wichtig beim Ersatzrad: Achsdurchmesser und Radbreite müssen passen – vorher messen.

Aufrüsten: Wer oft im Sand unterwegs ist, kann über größere oder breitere Räder nachdenken. Das geht nur, wenn Achse und Gestell dafür Platz haben; sonst schleifen die Räder am Rahmen.

Achse verbogen

Eine leicht verbogene Achse lässt sich manchmal vorsichtig zurückbiegen. Stark verbogene Achsen sollten Sie tauschen: Sie belasten die Lager, der Wagen zieht schief und kann kippen. Bei Wagen, in denen Kinder sitzen, gehört ein beschädigtes Tragteil ausgetauscht, nicht geflickt.

Deichsel oder Griff defekt

  • Griff lose oder gebrochen: Oft nur aufgesteckt und verschraubt; Ersatzgriffe gibt es beim Hersteller.
  • Teleskopstange rastet nicht mehr: Druckknopf reinigen, leicht ölen. Ist die Feder gebrochen, das Teil tauschen.
  • Deichsel gebrochen: Tauschen, nicht schweißen oder mit Klebeband retten. An der Deichsel hängt die ganze Kraft beim Ziehen – und die Lenkung.

Bremse greift nicht mehr

Feststellbremsen drücken meist einen Stift in das Rad. Greift sie nicht mehr, sind oft Sand oder abgenutzte Rastungen schuld: reinigen und prüfen. Bleibt die Bremse unzuverlässig, sollten keine Kinder mehr im Wagen sitzen, bis sie ersetzt ist.

Stoff gerissen oder schmutzig

  • Kleine Risse lassen sich mit Flicken für Zelte oder Outdoor-Kleidung reparieren, von innen aufgeklebt oder aufgenäht.
  • Ersatzbezüge bieten viele Hersteller an; bei Fuxtec gab es sie sogar in verschiedenen Farben.
  • Waschen: Abnehmbare Bezüge nach Herstellerangabe waschen, meist bei niedriger Temperatur; an der Luft trocknen, nicht im Trockner.

Wann sich die Reparatur nicht mehr lohnt

Wenn das Scherengestell selbst verbogen oder gebrochen ist, der Wagen sich nicht mehr sauber falten lässt oder Rost das Gestell angegriffen hat, ist ein neuer Wagen meist die bessere und sicherere Wahl. Welche Modelle sich in unseren Tests bewährt haben, zeigt die Vergleichstabelle – etwa der Fuxtec CT800 für Familie und Garten (bei Amazon ansehen).

Damit es gar nicht so weit kommt

  • Nach Strand und Regen mit Süßwasser abspülen und trocken zusammenfalten.
  • Nicht über die Zuladung laut Etikett beladen.
  • Nicht über Bordsteinkanten springen lassen.
  • Einmal im Jahr Räder und Gelenke reinigen und leicht ölen.

Passende Modelle aus unseren Tests