Ratgeber
Mit dem faltbaren Bollerwagen zum Festival
Welcher Bollerwagen taugt fürs Festival, wie viel er tragen muss, und wie man unterwegs Handy, Box und Kühlung mit Strom versorgt – ohne Autobatterie-Basteleien.

Wer schon einmal ein Festival besucht hat, kennt das: Parkplatz am einen Ende des Geländes, Zeltplatz am anderen, dazwischen ein Kilometer Wiese – und im Kofferraum Zelt, Schlafsack, Pavillon, Grill und Getränke. Mit einem faltbaren Bollerwagen wird aus vier Wegen einer. Und er ist auch danach nützlich: für Kohlfahrt, Vatertagstour, Strand und den ganz normalen Einkauf.
Warum faltbar?
Weil der Platz im Auto knapp ist, wenn vier Leute mit Gepäck fahren. Ein Holz-Bollerwagen passt da nicht hinein. Ein Faltwagen dagegen schrumpft auf das Maß einer großen Reisetasche; der Fuxtec CT800 etwa auf 29 × 54 × 81 cm, der Hudora Überländer auf 76 × 26 × 66 cm in einer Tragetasche.
Worauf es beim Festival-Bollerwagen ankommt
- Zuladung: Getränkekisten sind schwer. Ein Kasten Wasser wiegt je nach Flaschen 15 bis 20 kg, zwei Kästen sind schnell die halbe Zuladung. Rechnen Sie großzügig und halten Sie sich an die Angabe auf dem Etikett – in unseren Tests lag sie zwischen 70 und 100 kg.
- Räder: Festivalwiesen sind uneben, nach Regen matschig. Große, breite Räder sind hier Pflicht; kleine Räder graben sich ein. Aus unseren Tests passt dafür am besten der Hudora Überländer (bei Amazon ansehen). Mehr dazu im Ratgeber Reifen für den Bollerwagen.
- Stauraum statt Sitzplätze: Ein Kinder-Bollerwagen mit Sitzen und Trennwänden ist für Gepäck unpraktisch. Besser: ein offener Kasten ohne Einbauten.
- Schiebegriff: Hilft, wenn zu zweit gezogen und geschoben wird – etwa bergauf zum Zeltplatz.
- Abwaschbarer Bezug: Nach drei Tagen Festival sieht jeder Wagen so aus, wie er aussieht.
- Beschriften: Auf dem Parkplatz stehen am Sonntag hundert gleiche Wagen. Name und Handynummer auf den Stoff schreiben oder ein Band anknoten.
Tipp: Vorher auf der Website des Festivals nachsehen. Manche Veranstalter regeln, ob und wo Bollerwagen aufs Gelände dürfen.
Strom unterwegs: Powerbank statt Autobatterie
Handy, Stirnlampe, Lautsprecher – auf dem Festival gibt es keine Steckdose. Die Lösung hängt davon ab, was Sie versorgen wollen:
- Handy und Kleinkram: eine Powerbank mit 10.000 bis 20.000 mAh. Faustregel: mindestens doppelt so viel Kapazität wie der Handyakku, besser mehr für mehrere Tage.
- Lautsprecher, Lichterkette, mehrere Handys über ein Wochenende: eine kleine Powerstation mit Lithium-Akku und eingebautem USB- und Steckdosenanschluss. Sie steht einfach im Bollerwagen, ohne dass man etwas einbauen muss.
- Kühlen: Eine Kühlbox mit Kühlakkus ist für ein Wochenende meist die bessere Wahl als eine elektrische Kühlbox; die braucht viel Strom.
Keine Autobatterie in den Bollerwagen. Früher war das der Bastlertipp. Blei-Säure-Batterien sind aber schwer, können auslaufen, und ein Kurzschluss an ungesicherten Polen kann einen Brand auslösen – zwischen Zelten und Schlafsäcken keine gute Idee.
Musik: welche Box?
- Bluetooth-Lautsprecher mit eingebautem Akku sind heute Standard. Achten Sie auf Spritzwasserschutz (IPX4 oder besser) – Regen und umgekippte Becher kommen vor.
- Akkulaufzeit vor dem Kauf vergleichen; für ein Festival sollte die Box mindestens einen Tag durchhalten und sich per Powerbank nachladen lassen.
- Teure Anlagen sind auf dem Zeltplatz ein Diebstahlrisiko. Lieber eine robuste Mittelklasse-Box, die man mit ins Zelt nimmt.
- Rücksicht: Auf dem Campingplatz wollen Nachbarn auch schlafen. Viele Festivals haben Ruhezeiten.
Was passt noch in den Bollerwagen?
Zelt, Isomatte, Schlafsack, Pavillon, Campingstühle, Kühlbox, Wasserkanister, Müllbeutel, Taschenlampe, Regenponcho und Sonnencreme. Schwere Sachen nach unten und über die Hinterachse, leichte obendrauf – dann kippt nichts.
Passende Modelle aus unseren Tests


Fuxtec FX-CT800
Gut für: Familie, Ausflüge mit Steigungen, zu zweit schieben und ziehen
getestet im Oktober 2018 · zum Test

Fuxtec FX-CT500
Gut für: Einkauf, Garten, Ausflüge mit leichtem Gepäck
getestet im Juli 2017 · zum Test